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Matthias Plötz Online Tagebuch

Fünfter Eintrag (28.3.)

Wenn ein Wolfi Skrabitz fehlt oder warum Kufstein so gut ist


Maths berichtet in seiner neuen Folge, dass es manchmal sogar in Amerika Dinge gibt, die man aus dem österreichischen Baseball lernen könnte.

Letztes Wochenende ein sehr schwaches und ein großer Schritt zurück. Wir haben drei Spiele verloren und nur eines gewonnen. Klingt nicht dramatisch, aber es war die Art und Weise in der wir die Spiele verloren haben, die das Wochenende so richtig schlecht gemacht hat. Wir hatten einfach keinen Spirit, keinen Kampfgeist, keinen Drang zu gewinnen. Wir ließen uns schlagen und es ging uns nicht einmal schlecht dabei. Es war furchtbar anzusehen, dass Spieler von uns immer noch Spaß hatten auf der Bank, als wir 12 zu 2 hinten lagen. Mit dieser Einstellung kann man keine Spiele gewinnen.
Alte Socken wissen was ich meine, wenn ich sage unserem Team fehlt ein Spielertyp wie Wolfi Skrabitz (Anm. d. Red.: Shortstop und Führungspersönlichkeit der Voitsberger, der auch im Nationalteam Furore gemacht hat). Wenn er am Feld stand wollte er immer gewinnen, war immer hochmotiviert und gab nie einen Zentimeter nach, weder im Training und schon gar nicht in Spielen. Genau das Gleiche forderte er seinen Mitspielern. In selber Manier überraschen auch die Kufstein Vikings immer wieder, indem sie einfach nie aufgeben und immer an den Sieg glauben. Sie spielen jeden Punkt mit voller Konzentration und haben schon sehr viele Spiele wieder umgedreht, weil sie bis zum Schluss kämpfen und voll konzentriert bleiben.
Unserem Team hier fehlt genau diese Mentalität. Alle sind sehr nett zueinander, alle haben Spaß miteinander. Wir sind eine stets nette, liebe Familie. Aber in echten Familien gibt es auch manchmal Streit - vor allem weil man für jeden das Beste will. Ein Wolfi Skrabitz hätte nie zurück geschreckt jedem Spieler seines Teams die Meinung zu sagen. Vielleicht denken jetzt manche ich übertreibe etwas und hebe einen Spieler oder ein Team zu stark hervor. Trotzdem sollte sich jeder mal Gedanken machen über seine Einstellung auf dem Baseballplatz und ob er noch mehr geben könnte.
Dieses Wochenende spielen wir im Nordwesten von Washington. In Spokane geht es gegen das Witworth College. Interessanterweise fahre ich nicht mit. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung warum und bin echt überrascht und natürlich enttäuscht. Ich war gut im Training und bin so und so der Meinung, dass ich nicht genug Spielzeit bekomme. Aber ich bin halt nur Spieler und die Trainer entscheiden. Ich hab das Gefühl, dass ich nicht mehr zum Einsatz komme. Warum ich so denke kann ich eigentlich nicht sagen. Ich bin immer davon überzeugt, einer der besten Spieler im Team zu sein, aber ich bekomme nie die Chance es auch unter Beweis zu stellen. Leider bietet sich im Training so gut wie nie die Möglichkeit und da ich seit einem Monat nicht mehr gespielt habe, kann ich es auch im Wettkampf nicht unter Beweis stellen.
Ich hoffe ihr Socken habt frohe Ostern verbracht und brennt darauf endlich mit dem Baseball zu beginnen,

bis nächste Woche


Maths


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